...Ja! das ist der typische DJane-BIO- einführungssatz... aber er trifft auch auf mich zu : Musik hat mich, wie die meisten, seit je her bewegt, also mindesten so ab dem frühen teenie-alter... + technik hat mich ebenso fasziniert. Bestens erinnere ich mich an die väterliche stereoanlage + die wunderschöne jazzplattensammlung, den schönen phillips-verstärker, den riemenbetriebenen lenco-plattenspieler, noch mit zusätzlicher 78rpm position (den ich nach rund 15jahren betrieb 'geerbt' habe) + das ungemein geheimnisvolle riesige spulentonband mit den hübschen quadratischen tasten. Bereits als kleines mädel beschäftigte mich warum denn da die stimmen aus telefon + radio heraus kommen. Ich hab mir auch gerne mal geräteinnereien angesehen, wenn ich auch nichts davon verstand - schön fand ich die grünen platten, glänzenden lötstellen, kupferspuren + spulen + die lustigen bunten zylinderchen (die ich als teenager zu schmuck verarbeitete)... Diese faszination ist mir geblieben. Also litt ich nicht unter der mädchen sozialisations typischen technik-hemmung + somit ist die equipmenttechnik, neben den mixtechniken ein wichtiger + ausfühlicher teil meiner kurse.

Erste djane-auftrittserfahrungen habe ich
1981 im jugend + kulturzentrum sommercasino mit 60er/70er-jahre sounds gemacht. Untypisch + unerwartet eigentlich, zum einen weil ich sehr scheu war + in der zeit gabs dazu so gut wie gar keine frauen hinter den plattentellern. Sowieso war DJ-star-kult in unseren breitengraden weitgehend unbekannt, die funktion des DJs glich eher einem bio-wurlitzer... + auch dort im jugi waren die diskobetreiber jungs... Aber eben nette, die freude hatten eine junge frau in ihr DJ-team reinzunehmen.

Das jugi als bezugspunkt ist meisten nicht von langer dauer - vorallen da sich anfangs der 80er jahre die
jugendbewegung formierte, mit AJZ, der nachfolgenden stadtgärtnerei + die bis in die gegenwart andauernden politischen auseinandersetzungen zu kulturellen freiräumen, die ich dann weitaus spannender fand. Der kreis hat sich insofern geschlossen, dass sich die rdj DJ-schule im werkraum warteck pp befindet - der sich aus den jugendkulturpoltik + den zwischennutzungs bestrebungen gebildet + als projekthaus auch schon fast 15 jahre auf dem buckel hat. + auch das rdj-büro hat seinen platz vorübergehend auf dem zwischengenutzten NT-areal gefunden, das nun auch bald wieder im zuge der rasanten gentrifizierung in gestalt der erlenmatt-wohnüberbauung, sein ende finden wird

Nach ein paar zwischenzeitlichen jahren WG-spindarella-dasein, bin ich
seit 1989 professionell als djane tätig. Im laufe der weiteren jahre habe ich natürlich eine musikalische entwicklung durchlaufen, die mir heute ein weites spektrum gibt; von anfänglich hippie-sounds über crossover (indie / punk / pop / rock / afro / reggae / jazz) gings weiter zu acid jazz + groovigem hip hop, bigbeats + breakbeats (nein da war damit noch nicht d'n'b gemeint). Da ich insbesondere instrumentale sounds mag + ebenso auf schräg + abstrakt stehe, war 1995/96 der schritt zu elektronisch repetitiver musik nicht weit.

Für parties lege ich elektronische repetitive soundz auf - also techno, zügigen, temporeichen progressive, detroit, minimal, electro - hochschaukeln auf 140/145 bpm, ab da wirds spannend + wird richtig abgerockt - weil ich mich nicht gerne auf eine richtung festlegen will, fasse ich meine stilreisen in der eigenen + hoffentlich assoziativen wortschöpfung ELECTECH zusammen. Eine weitere spezialität sind female soundz, die ich über jahre + noch gesondert im rahmen meiner DJ-schule rubinia djanes sammle, weil es eigentlich einen haufen frauen gibt, die fern ab von pop-mainstream musik kreieren - deshalb biete ich für entsprechende anlässe auch mein queer-feministisches repetoire an. Auf meine langjährige musikgeschichte + DIV. musikgenres kann ich zurückgreifen, um gesonderte anlässe, wie modeschauen, lesungen oder ähnliche thematische events musikalisch zu gestalten. Ich bin auch (fast) immer für neue + verrückte ideen zu haben - also einfach idee vorstellen, ich hör sie mir auf jeden fall mal an + meist fällt mir auch was dazu ein.

Im rahmen meiner
1990 gegründeten DJ-crew be expressive (meine 'discoboyz + ich : subzero / spacemaker / petit prince) begann meine tätigkeit als organisatorin + veranstalterin. In dieser formation bestritten wir über 8 jahre wöchentliche events. Die ersten 1 1/2 jahre im 4. stock des zwischengenutzten parkhauses schlotterbeck aus den 30er jahren, mit urban romantischem ausblick über die basler bahnhofsgleisanlagen. In den darauf folgenden jahren bis 1998, unter dem slogan 'weekend starts on monday', in der über die kantons- + landesgrenzen hinaus bekannten kuppel. Daneben ergaben sich viele weitere gelegenheiten parties zu auszurichten, zb. im bell f&p + sudhaus + auch mit anderen DJs zusammenzuspannen. Wir holten auch ein paar damals noch ungekannte bands + DJs in die kuppel - sens unik, silent majority, alliance ethnik, jhelisa, + die DJs goldie, kruder & dormeister.

Ab mitte 90er vollzogen wir einen kurswechsel in
elektronische musikbereiche (progressive, deephouse, minimal, jungle, drum'n'bass) + arbeiteten die nächsten jahre mit rund 30 lokalen gast-DJs (+ leider nur einer einzigen djane) der basler szene zusammen - die in der zwischenzeit selber organisatorInnen sind + zt. noch heute events organisieren + die basler szene prägen. Es hat mich nie interessiert in einem kommerziellen zusammenhang zu arbeiten + als djane einen solchen status anzustreben - mir gefällt die unabhängigkeit + ich mag das noch etwas unberechenbare + wenn es nicht in erster linie um das zu einzufahrende kapital eines grossevents geht.

Nach langen jahren der engen zusammenarbeit löste sich
be expressive '98 langsam auf. In DJ zack fand ich für die nächsten 2 jahre einen neuen partner - unter dem label mitzac mulectrix organisierten wir weitere parties > kuppel > bell f&p / intermezzo / satronix in dem zwischengenutzen ladenlokal 'plattform'.

Da ich über die jahre fast ausschliesslich mit + für männliche DJs arbeitete + die frauen hinter den decks schwer vermisste, entwickelte ich
1998 das grundkonzept 'mädelz an die technic' zu den DJ-kursen für mädelz; seit '99 gebe ich DJ-kurse/workshops innerhalb der mädchenarbeit in der gesamten deutschschweiz, deutschland, liechtenstein + österreich. 2001/ 2002 führte dies in die weitere projektentwicklung rubinia djanes | DJ-schule für mädelz & frauen + der prämierung dieser projektidee im rahmen des jubiläumswettbewerbs basel denkt durch die CMS - Christoph Merian Stiftung Basel, die den aufbau von rubinia djanes der weltweit 1. DJ-schule für frauen ermöglichte + eröffnete diese 2002. Hier ist das alterspektrum unbegrenzt + rdj bietet weiterhin kurse in der mädchenarbeit, dazu in den rdj-räumen das offizielle kurs-angebot für frauen ab 18j (die älteste kursteilnehmerin war 51j) . Soweit ich das überschaue hat rdj rund 40 platten-/CD-dreherinnen hervor gebracht, die in unterschiedlichen kulturellen zusammenhängen + auf unterschiedlichen professionalitätsstufen tätig sind. rubinia djanes wirkt in der hoffnung + der absicht auch im DJ-metier die antiquierten geschlechterrollen zu knacken + künftig des öfteren geschlechtsgenossinnen an den DJ-decks anzutreffen + über sie zu lesen. Es gibt inzwischen sehr viele, die ansicht es gäbe wenige ist längst überholt - die redaktoren der musik- /club-fachzeitschriften scheinen auf dem linken auge blind zu sein + ignorieren djanes + produzentinnen noch weitgehend, es wird viel zuwenig über sie berichtet. + männer spannen in der regel mit männern zusammen, so sind frauen noch weitgehend aus diesen netzwerken ausgeschlossen. Mich stört es persönlich auf grund meines geschlechtes nicht die gleichen grundlagen vorzufinden - das ist ungerecht, egal ob es frauen oder männer betrifft - + rubinia djanes will einen beitrag zur sichtbarmachung des schaffens von frauen im musikbizz + deren vernetzung leisten + strebt partnerschaftliche zusammenarbeit zwischen frauen & männern an.

Neben der ausfüllenden arbeit für rubinia djanes, den
kursen, projekten + den events, djane-vermittlung, equipment-vermietung, netzwerkarbeit etc. ist für mich der umgang mit den schwarzen scheiben nach wie vor ungemein sexy + es gehört zum schönsten, + aufregensten mich mit den soundz zu beschäftigen, für die tanzwütigen aufzulegen + mit ihnen ein paar stunden lang einen kontrapunkt zum drögen alltagsgewusel zu setzen... LOST IN MUSIC!





|( o )/| | II=II | |( o )/|

2001 : 1jähriges nachdiplomsstudium : mädchen wege sind frauen wege | zertifizierte feministische mädchenarbeiterin. Ab 1998 mitfrau des forums für mädchenarbeit basel & region


:: WEITERE INFOS ZUR DJ-TÄTIGKEIT :

meine GIGS + EVENTORGANISATION >
_
DJANES PROFILE

djane mithras : AUFTRITTS-BOOKING >
djnmithras AT rubinia-djanes.ch


:: WEITERE INFOS + PROJEKTE / AKTIVITÄTEN IN
DER JUGEND + - KULTURARBEIT :

rubinia djanes : PROJEKTBESCHRIEB + AUSZEICHNUNGEN >
_
DAS PROJKET

rubinia djanes ANGEBOTE / REFERENZEN >
_
MÄDCHENARBEIT



foto > hans jörg walter / BS



_überarbeitung / stand 1209